Freiheit und Selbstentfaltung

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Frithjof Bergmann beschriebt in seinem Buch Die Freiheit leben verschiedene Konzepte von Freiheit („Untergrundmensch“, Platon, Aristoteles), die alle folgendes gemeinsam haben: „Eine Handlung ist frei, wenn der Handelnde sich mit den Wesenselementen identifiziert, aus denen sie entspringt; sie ist erzwungen, wenn der Handelnde sich von dem Wesenselement disoziiert, das die Handlung erzeugt oder veranlasst.“ (S. 66)

Freiheit besteht also nur dann, wenn Menschen Möglichkeiten haben, herauszufinden, was sie wirklich wollen, und gemäß dieser Erkenntnis zu handeln.

Deshalb nützt es Bergmann zufolge auch wenig, wenn eine Gesellschaft Institutionen organisiert, die Wahlfreiheit und Mitbestimmung zulassen (wie dies etwa in der parlamentarischen Demokratie der Fall ist), solange diese Gesellschaft so eingerichtet ist, dass diese Identifikation, diese Selbstentfaltung, erschwert oder verhindert wird. Dies macht begreifbar, warum viele Menschen, trotz der nominellen Wahlfreiheit, heute nicht das Gefühl haben, besonders frei zu sein: im Kapitalismus stehen sie fast immer unter dem Zwang externer Umstände (wie dem Zwang, Geld zu verdienen), die ihren realen Handlungsmöglichkeiten enge Grenzen ziehen und die es ihnen fast unmöglich machen, herauszufinden und zu tun, was ihnen wichtig ist.

Mehr zum Thema im Keimform-Blog.

Literatur

Bergmann, Frithjof: Die Freiheit leben. Arbor, Freiamt im Schwarzwald 2005. ISBN 393685503X.