GEMA

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Die GEMA ist eine sogenannte Verwertungsgesellschaft in Deutschland, die die finanziellen Interessen von Komponisten, Textern und Verlegern proprietärer Musik gegenüber der Allgemeinheit vertritt. Hierzu läßt sie sich von ihren Mitgliedern die nötigen Nutzungsrechte übertragen und kassiert in deren Auftrag bei den Nutzern ab.

Aus Sicht der freien Musik

Die GEMA ist vom Prinzip her unabhängig von freier Musik. Da bei freier Musik die Erlaubnis zur Nutzung bereits durch die freie Lizenz direkt zwischen Urheber und Nutzer vertraglich geregelt ist, kann keine Verwertungsgesellschaft mehr zusätzlich Geld verlangen, denn erstens ist sie nicht Vertragspartei, weil die Vertragsabwicklung direkt erfolgt, und zweitens gibt es – formell betrachtet – bereits eine vereinbarte Gegenleistung: nämlich die Einhaltung der Lizenzbedingungen.

Störungen

In der Praxis gehen von der GEMA diverse Störungen auf die Freie-Musik-Szene aus:

  • Die Mitgliedschaft bei der GEMA ist an die Bedingung geknüpft, der GEMA alle (geforderten) Rechte an allen Werken zu übertragen. Für ein GEMA-Mitglied ist es daher einerseits unmöglich, freie Musik zu erstellen und sich nur in denjenigen Sonderfällen von der GEMA vertreten zu lassen, die über das in der freien Lizenz Erlaubte hinausgehen, und es ist ihm andererseits auch unmöglich, einzelne Werke von der Vertretung durch die GEMA auszunehemen. Die Konsequenz ist, daß wer aus irgendeinem Grunde auf die GEMA-Mitgliedschaft angewiesen ist, keine freie Musik machen kann.
  • Die GEMA-Vermutung besagt, daß aufgrund der Größe des „GEMA-Weltrepertoires“ die Beweislast, daß ein Werk nicht gemaverseucht ist, beim Nutzer liegt. Da sich nicht jeder Nutzer die Mühe machen wird, diese Beweise zu erbringen, hat die GEMA durch die GEMA-Vermutung eine Rechtsgrundlage, z.B. auch für die Nutzung freier Musik zu kassieren, was sie aus den weiter oben beschriebenen Gründen normalerweise nicht dürfte.
  • Die Pauschalen für die Aufführung von Musikstücken beziehen sich auf komplette Veranstaltungen, bei denen die konkrete Anzahl der Musikstücke unerheblich ist. Wird an einem Abend zu 80 % der Zeit freie Musik gespielt, kostet das also genauso viel wie ausschließlich proprietäre Musik. Die Verwendung freier Musik hat somit für einen Veranstalter keinen Vorteil.
  • Durch die Abgaben auf Leermedien wie z.B. CD- und DVD-Rohlinge wird auch freie Musik mit Abgaben belegt, die letztlich den Machern proprietärer Musik zugute kommt.
  • Die Lobbyarbeit der GEMA könnte dazu beitragen, Technologien, die der freien Musik zugute kommen, z.B. Filesharing, juristisch zu unterbinden.

Aus „Piratensicht“

Für Privatnutzer proprietärer Musik ist die GEMA der Lange Arm derjenigen, die ein Interesse an der künstlichen Knappheit von Informationsgütern haben. Denn die Musikindustrie führt einerseits mit juristischen Mitteln Krieg gegen die Nutzer, andererseits gegen die Technologien, die sie jahrelang verpennt hat.

Aktuelle Kamera

  • Im Rahmen einer Kunst-Aktion hat GEMA-Mitglied Johannes Kreidler im September 2008 eine Collage aus aus 70.000 Musikstücken erstellt und dieses unter Einreichung eines Anmeldeformulars mit 70.000-seitigem Anhang bei der GEMA angemeldet, um gegen die GEMA-interne Bürokratie zu protestieren. Auf die tatsächliche Abarbeitung der Formulare wurde jedoch verzichtet. [1]